Arduino VENTUNO Q

Last Updated on 17. Oktober 2026 by sfambachLink-Status: OK

Der Arduino VENTUNO Q ist ein Einplatinenrechner für Robotik und lokale KI. Ein Qualcomm Dragonwing IQ8 (QCS8275) mit acht Kernen, 16 GB RAM und einer NPU mit bis zu 40 TOPS betreibt Ubuntu und KI-Modelle bis hin zu kleinen Sprachmodellen, ein STM32H5F5 (Cortex-M33, 250 MHz) steuert Motoren, CAN-FD und PWM in Echtzeit. Beide verbindet die Arduino Bridge, programmiert wird in der Arduino App Lab oder mit eigenen Werkzeugen. Vorgestellt wurde er auf der Embedded World im März 2026, vorbestellbar ist er seit August 2026. Er ist der große Bruder des Arduino UNO QLink-Status: OK und tritt gegen den Raspberry Pi 5 mit AI HAT+ 2 und den Nvidia Jetson Orin Nano Super an.

Fakten

MerkmalWert
HerstellerArduino (seit 10/2025 Teil von Qualcomm), ABX00181
MPUQualcomm Dragonwing IQ8 (QCS8275), 8 Kerne Kryo (Cortex-A78 + Cortex-A55)
GPU / VPU / ISPAdreno 623 / Adreno VPU 623 / Spectra 692
NPUHexagon Tensor, bis 40 TOPS (dense); TensorFlow Lite, ONNX Runtime, PyTorch
RAM / Speicher16 GB LPDDR5, 64 GB eMMC, M.2 2230 NVMe Gen4 (nicht bootfähig)
MCUSTM32H5F5, Cortex-M33 bis 250 MHz, 4 MB Flash, 1,5 MB RAM
FunkWLAN 6 Tri-Band (2,4/5/6 GHz), Bluetooth 5.3
Netzwerk2,5-Gbit-Ethernet
VideoHDMI (über DSI-Brücke, teilt sich die Leitungen mit MIPI-DSI), DisplayPort über USB-C
Kameras3 × MIPI-CSI, USB-Kameras
USBUSB-C (Host/Device, Strom, Video), 2 × USB 3.0 Typ A, 2 × USB 3.0 an JOMEGA
CAN-FD1 × mit Transceiver an Schraubklemme (mit Abschluss), 3 × an JOMEGA und 1 × an D4/D5 ohne Transceiver
ErweiterungUNO-Leisten (3,3-V-Logik), 40-Pin-Raspberry-Pi-Leiste (3,3 V), Qwiic, JOMEGA, JMEDIA, JMISC, JCTL
SpannungenMCU-Pins 3,3 V, meist 5-V-tolerant, außer A0/A1; MPU-Pins (JMEDIA, JMISC, JCTL) 1,8 V
AudioCodec MAX98091: Kopfhörer, Line-Out, Lautsprecher (mono), Mikrofoneingang
SonstigesLED-Matrix 8 × 13, 4 RGB-LEDs, Benutzer-Taste, Ein/Aus-Taste, RTC-Batterieanschluss, Lüfteranschluss
StromversorgungUSB-C PD 9–20 V (bis 3 A), Hohlstecker 5,5 × 2,1 mm 7–24 V (bis 5 A), Schraubklemme 7–24 V (bis 10 A); Netzteil ab 60 W empfohlen
Leistungsaufnahmeca. 7–17 W im Mittel, Spitzen bis 36,6 W (siehe Betrieb und Grenzen)
Betriebstemperatur−10 bis 60 °C
Größe160 × 100 mm, 25,8 mm hoch ohne Kühler, aktiver Kühler mit Lüfter
BetriebssystemUbuntu (Debian unterstützt); Zephyr mit Arduino-Core auf der MCU
KI-Modelle ab Werku. a. Qwen 3 4B, Qwen 2.5 7B VLM, Gemma, Whisper, Piper TTS, YoloX, MediaPipe; eigene GGUF-Modelle möglich
Erschienenvorgestellt 03/2026, Vorbestellung seit 08/2026
Preis298,99 € (Einführungspreis, Arduino-Store, 10/2026), USA 299 $
LizenzPinout CC BY-SA 4.0, siehe Abschnitt Lizenz
Technische Daten Arduino VENTUNO Q (Datenblatt ABX00181, Stand 28.08.2026)

Arduino VENTUNO Q – DokumentationLink-Status: OK · Arduino VENTUNO Q im Arduino-StoreLink-Status: Unbekannt

Pinout

Der VENTUNO Q hat zwei Spannungswelten: Alles am Mikrocontroller (UNO-Leisten, Qwiic, CAN) arbeitet mit 3,3 V, die meisten Digitalpins sind 5-V-tolerant, A0 und A1 aber nicht. Die Pins des Linux-Prozessors an JMEDIA, JMISC und JCTL vertragen nur 1,8 V. Die Raspberry-Pi-Leiste ist über Pegelwandler auf 3,3 V gebracht, damit passen normale HATs. Die 3,3-V- und 5-V-Ausgänge für Shields und HATs sind auf je 2,8 A begrenzt.

Schaltplan

Der Schaltplan umfasst 71 Seiten und ist als PDF rund 57 MB groß, deshalb hier nur verlinkt: Arduino VENTUNO Q – Schaltplan (PDF, Arduino)Link-Status: OK. Das Datenblatt mit Blockschaltbild und Stromlaufplan der Versorgung gibt es ebenfalls bei Arduino: Arduino VENTUNO Q – Datenblatt (PDF)Link-Status: OK.

Anwendungsbereiche

  • Mobile Roboter und Roboterarme: Kamera und KI auf Linux, Motoren, Servos und CAN-FD-Antriebe auf dem STM32, ROS 2 laut Arduino unterstützt
  • Lokale Sprachassistenten ohne Cloud: Whisper (Sprache zu Text), ein kleines Sprachmodell und Piper (Text zu Sprache) laufen auf dem Board
  • Bildverarbeitung mit mehreren Kameras, z. B. Qualitätskontrolle, Zählen, Objekterkennung
  • Industrie und Fahrzeuge: CAN-FD mit Transceiver, 2,5-GbE, 7–24 V direkt aus dem Bordnetz
  • Weniger geeignet: einfache Bastelprojekte, Batteriebetrieb und stille Umgebungen (Preis, 7 W schon im Leerlauf, Lüfter)

Ansichten

Programmierung

Eigene Tests habe ich nicht gemacht, die Schritte folgen dem Datenblatt und der Arduino-Dokumentation. Programmiert wird wie beim UNO Q in der Arduino App Lab; neu ist, dass der VENTUNO Q dafür keinen PC braucht.

Arduino App Lab

App Lab kennt drei Betriebsarten:

  • Einplatinenrechner: Monitor an HDMI, Tastatur und Maus an USB, App Lab läuft direkt auf dem Board.
  • Am PC: Board per USB-C anschließen, App Lab (Windows, macOS, Linux) von arduino.cc/en/softwareLink-Status: OK installieren. Die erste Einrichtung braucht USB, danach geht es auch über das Netzwerk (SSH).
  • Im Netzwerk: ohne Bildschirm, Zugriff über WLAN oder Ethernet.

Eine App besteht wie beim UNO Q aus einem Arduino-Sketch für den STM32 und einem Python-Programm für Linux, die über die Bridge (RPC) Daten austauschen. Fertige Bausteine wie Objekterkennung, Spracherkennung, Sprachmodell oder Web-Oberfläche kommen als „Bricks“ dazu.

Erster Start

  1. Netzteil mit USB-C PD ab 9 V oder 12–24 V am Hohlstecker anschließen; an einem normalen USB-Port des PCs startet er nicht, die rote Fault-LED blinkt.
  2. Der erste Start dauert 20–30 Sekunden, fertig ist er, wenn die LED-Matrix die Startanimation zeigt.
  3. Die Ein/Aus-Taste kurz drücken öffnet am Bildschirm den Ausschalt-Dialog, 10 Sekunden halten schaltet hart aus.
  4. Läuft eine App, belegt sie die USB-Schnittstelle; für eigene Kommandozeilen-Werkzeuge über USB die App vorher stoppen.

KI-Modelle und eigene Werkzeuge

Die NPU wird über den Qualcomm AI Stack angesprochen. Modelle kommen aus dem Qualcomm AI Hub, als GGUF von Hugging Face oder aus Edge Impulse, wo man eigene Bild- und Sensormodelle ohne viel Code trainiert und direkt aufs Board bringt. Daneben ist der VENTUNO Q ein normaler Ubuntu-Rechner mit apt, Docker, Python und VS Code (lokal oder Remote-SSH). Die Qualcomm-GStreamer-Plugins für hardwarebeschleunigte Kamera- und Videoverarbeitung sind im Auslieferungs-Image nicht enthalten und müssen nachinstalliert werden. Den STM32 kann man wie beim UNO Q auch allein mit Arduino-Core auf Zephyr programmieren.

Vergleich mit dem UNO Q

Arduino UNO QArduino VENTUNO Q
BezeichnungArduino UNO QArduino VENTUNO Q
BeschreibungDebian-Linux plus Echtzeit-Mikrocontroller im UNO-Format, seit 10/2025. Preis seit 06.07.2026: 59 $ (2 GB), 79 $ (4 GB). Lizenz: Open Hardware (Schaltpläne offen), Arduino App Lab.Edge-KI- und Robotik-Board, vorgestellt Embedded World 03/2026, Vorbestellung seit 08/2026. Preis 299 $ / 298,99 €.
HerkunftshinweisDatenblatt und Doku Arduino https://docs.arduino.cc/hardware/uno-q/ (Funk, Spannungen, Maße geprüft 17.10.2026); Preis Arduino-Blog 26.06.2026 https://blog.arduino.cc/2026/06/26/a-heads-up-on-the-arduino-uno-q-board-pricing-straight-from-marcello-majonchi/Datenblatt ABX00181 vom 28.08.2026 https://docs.arduino.cc/resources/datasheets/ABX00181-datasheet.pdf; Preis CNX Software 25.08.2026
HerstellerArduinoArduino
EinsatzLinux + Arduino-Sketch, Kamera-KI mit App LabRobotik, lokale KI (LLM, Vision) mit Echtzeitsteuerung
Betriebsspannung3.3 V3.3 V (MCU), 1.8 V (MPU)
EingangsspannungUSB-C 5 V oder VIN 7 – 24 VUSB-C PD 9 – 20 V, 7 – 24 V Hohlstecker/Schraubklemme
Abmessungen68,6 x 53,3 mm160 x 100 x 25,8 mm
ProzessorQualcomm QRB2210, STM32U585Qualcomm Dragonwing IQ8 (QCS8275), STM32H5F5
Kerne4 + 18 + 1
Flash16 GB / 32 GB eMMC64 GB eMMC + M.2 NVMe
SRAM2 GB / 4 GB RAM16 GB LPDDR5
WLANWLAN 5, 2,4 + 5 GHz (WCBN3536A)WLAN 6, Tri-Band
BluetoothBLE 5.1BT 5.3
Ethernetnur per USB-C-Dongle2,5 GbE
USB1 USB-C1 USB-C, 2 USB 3.0
Weitere BausteineLED-Matrix 8 x 13, Qwiic, STM32U585 als EchtzeitkernNPU bis 40 TOPS
MerkmalUNO QVENTUNO Q
KI-Leistung (NPU)keine eigene NPUHexagon, bis 40 TOPS
MCUSTM32U585, Cortex-M33 160 MHz, 2 MB Flash, 786 KB RAMSTM32H5F5, Cortex-M33 250 MHz, 4 MB Flash, 1,5 MB RAM
Videoper USB-C-Dongle, MIPI-DSI über Stecker untenHDMI, DisplayPort über USB-C, MIPI-DSI
KamerasUSB, MIPI-CSI über Stecker untenUSB, 3 × MIPI-CSI
Robotik-I/OUNO-Leisten, QwiicUNO-Leisten, 40-Pin-Pi-Leiste, Qwiic, CAN-FD (1 × mit Transceiver), Lüfteranschluss
Leistungsaufnahmelaut Arduino etwa 1 W7–17 W im Mittel, Spitzen bis 36,6 W
BetriebssystemDebianUbuntu, Debian unterstützt
ROS 2nicht offiziell, Docker denkbarlaut Arduino unterstützt
Weitere Unterschiede Arduino UNO Q und VENTUNO Q

Kurz: Der UNO Q ist der günstige Einstieg in Linux plus Arduino mit einfacher Kamera-KI. Der VENTUNO Q kostet das Fünffache, bringt dafür eine echte NPU, genug RAM für lokale Sprachmodelle, schnelles Netz und die Anschlüsse für Roboter. Er ist aber kein UNO mehr, sondern ein kleiner Industrierechner mit UNO-Leisten.

Vergleich mit Raspberry Pi 5 und Jetson Orin Nano

MerkmalVENTUNO QRaspberry Pi 5 + AI HAT+ 2Nvidia Jetson Orin Nano Super
CPU8 Kerne Cortex-A78 + A554 × Cortex-A76, 2,4 GHz6 × Cortex-A78AE, 1,7 GHz
KI-BeschleunigerHexagon-NPU, 40 TOPS (dense)Hailo-10H, 40 TOPS, eigene 8 GB RAMAmpere-GPU, 67 TOPS (sparse)
RAM16 GB LPDDR5Pi 1–16 GB + 8 GB auf dem HAT8 GB LPDDR5
Echtzeit-MikrocontrollerSTM32H5 an Bordnein (Pico extra)nein
Robotik-I/OUNO-Leisten, Pi-Leiste, CAN-FDPi-Leiste (vom HAT belegt, Durchführung nötig)40-Pin-Leiste
Netzwerk2,5 GbE, WLAN 61 GbE, WLAN 51 GbE, WLAN (Modul)
SoftwareApp Lab, Qualcomm AI Stack, Edge ImpulseRaspberry Pi OS, Hailo-SoftwareJetPack, CUDA, TensorRT, Isaac ROS
Leistungsaufnahme7–17 W, Spitze 36,6 WPi 5 ca. 3–12 W plus HAT7–25 W
Preis (10/2026)299 $ / 298,99 €HAT 130 $ plus Pi 5399 $ (seit 07/2026, vorher 249 $)
Vergleich VENTUNO Q mit Raspberry Pi 5 + AI HAT+ 2 und Jetson Orin Nano Super (Herstellerangaben)
  • TOPS sind nicht alles: Bei Sprachmodellen bestimmen vor allem Speichergröße, Speicherbandbreite und Software, wie viele Wörter pro Sekunde kommen. Unabhängige Messungen für den VENTUNO Q gibt es noch nicht (Stand 10/2026). Für den AI HAT+ 2 nennt ein Blog 20–35 Token/s mit Qwen 2.5 1.5B, der Pi 5 allein schafft 2–5 Token/s.
  • Pi 5 + AI HAT+ 2 ist am günstigsten und hat die größte Gemeinschaft. Die 8 GB auf dem HAT reichen nur für kleine Sprachmodelle, und für Motoren braucht man zusätzlich einen Mikrocontroller.
  • Jetson Orin Nano Super ist der Platzhirsch für Robotik mit CUDA, ROS 2 und vielen fertigen Modellen, nach der Preiserhöhung aber teurer als der VENTUNO Q und mit nur 8 GB RAM.
  • VENTUNO Q punktet mit 16 GB RAM, Mikrocontroller und CAN-FD an Bord und der einfachen App Lab. Dafür ist die Software am jüngsten und die Gemeinschaft noch klein.

Alternativen: Linux und Mikrocontroller kombiniert

Die Idee, einen Linux-Rechner und eine Echtzeit-Steuereinheit für die Pins zu kombinieren, gibt es auch bei anderen Herstellern. Meist sitzt der Echtzeitkern im selben Chip, dafür fehlt der Komfort der Arduino App Lab und die UNO-Leisten.

BoardLinux-TeilEchtzeit-TeilProgrammierung EchtzeitPreis (10/2026)
Arduino UNO QQualcomm QRB2210, 4 × Cortex-A53, DebianSTM32U585 (Cortex-M33, 160 MHz)Arduino App Lab, Arduino IDE, Zephyr59,90 €
Arduino VENTUNO QDragonwing IQ8, 8 Kerne, NPU 40 TOPS, UbuntuSTM32H5F5 (Cortex-M33, 250 MHz)Arduino App Lab, Arduino IDE, Zephyr299 $
Arduino Portenta X8NXP i.MX8M Mini, 4 × Cortex-A53 + Cortex-M4, 2 GBSTM32H747 (Cortex-M7 + M4)Arduino IDE, Docker, Linuxca. 222 €
ST STM32MP257F-DKSTM32MP257, 2 × Cortex-A35 bis 1,5 GHz, kleine NPU, OpenSTLinuxCortex-M33 im selben ChipSTM32CubeIDE, Zephyrca. 91 € netto
BeagleY-AITI AM67A, 4 × Cortex-A53, 4 TOPS, Raspberry-Pi-FormatCortex-R5F-Kerne im selben ChipTI-SDK, Zephyrca. 62 € netto / 72 $
BeaglePlayTI AM625, 4 × Cortex-A53, Funkchip CC1352Cortex-M4F im selben ChipTI-SDK, Zephyrab ca. 99 $
BeagleBone BlackTI AM3358, 1 × Cortex-A8, 1 GHz, 512 MB2 PRU-Kerne (200 MHz), sehr exaktes TimingPRU in C oder Assemblerca. 75 €
Luckfox LyraLink-Status: OKRockchip RK3506, 3 × Cortex-A7Cortex-M0 im selben ChipRockchip-SDKab ca. 19 $
Milk-V Duo SSophgo SG2000, RISC-V C906 1 GHz (oder Cortex-A53), 512 MBzweiter RISC-V-Kern 700 MHz mit FreeRTOSMilk-V-SDK, FreeRTOSab ca. 11 $ (Händler teils deutlich mehr)
Raspberry Pi + Pico (selbst kombiniert)beliebiger Raspberry Pi, z. B. Zero 2 W oder Pi 5Raspberry Pi Pico 2 über USB, UART oder I²CArduino IDE, MicroPython, Pico SDKab ca. 25 € (geschätzt)
Boards mit Linux- und Echtzeit-Teil (Preise Händler bzw. Hersteller, Stand 10/2026)
  • Billig und klein: Milk-V Duo S und Luckfox Lyra kosten nur einen Bruchteil, dafür sind Dokumentation und Bibliotheken dünn.
  • Exaktes Timing: Der BeagleBone Black ist alt, seine PRU-Kerne schalten Pins aber auf wenige Nanosekunden genau.
  • Gleiche Idee wie Arduino: STM32MP2, BeagleY-AI und BeaglePlay bringen Linux und Echtzeitkern in einem Chip, programmiert wird mit Herstellerwerkzeugen oder Zephyr.
  • Am flexibelsten: Raspberry Pi plus Pico, mit der größten Gemeinschaft und bewährten Bibliotheken; für Motoren und Sensoren ohne KI oft die günstigste Lösung.

Betrieb und Grenzen

Szenario (12 V)MittelSpitze
Booten7,07 W17,9 W
Blink auf dem MCU7,42 W12,6 W
Hello World auf Linux7,52 W13,3 W
Objekterkennung (Smartphone-Kamera)9,63 W21,2 W
Edge AI Assistant (Sprachmodell)13,5 W24,6 W
Smart Mirror14,7 W33,0 W
Leistungsaufnahme laut Datenblatt bei 12 V; bei 24 V liegt sie um 2–3 W höher, die höchste Spitze war 36,6 W
  • Stromversorgung: An 7 V liefert der Hohlstecker höchstens 35 W, das wird mit Last an den USB-Ports knapp. Für KI empfiehlt Arduino 12 oder 24 V und ein Netzteil ab 60 W, z. B. 12 V / 5 A.
  • Ohne Netzteil am PC: USB-C braucht Power Delivery ab 9 V, ein normaler USB-Port reicht nicht.
  • Kühlung: Der aktive Kühler gehört dazu; für ein Gehäuse Luftstrom einplanen.
  • Nicht bootfähig: Die M.2-SSD dient nur als Datenspeicher, das System liegt auf der eMMC.
  • Nachbauten: Kein Klon gefunden (Stand 10/2026), der Qualcomm-Chip ist für Bastler-Hersteller kaum erhältlich.

Stand der Software (10/2026)

  • Der VENTUNO Q nutzt dieselbe App Lab und denselben Arduino-Core auf Zephyr wie der UNO Q, der seit 2026 die Version 1.0 hat. Die Kinderkrankheiten des UNO Q (Einrichtung, serieller Monitor, zeitkritische Bibliotheken wie OneWire) sind deshalb auch hier zu erwarten.
  • Das Datenblatt sagt selbst, dass nicht alle GPU- und Video-Funktionen des Qualcomm-Chips in der ausgelieferten Software verfügbar sind.
  • Unabhängige Tests und Benchmarks fehlen noch, die ersten Boards wurden ab August 2026 ausgeliefert und waren schnell vergriffen.

Fazit

Der VENTUNO Q ist das leistungsstärkste Arduino-Board bisher und zugleich das teuerste. Er ist kein Bastel-Arduino mehr, sondern ein Robotik-Rechner mit 16 GB RAM, NPU, Mikrocontroller und CAN-FD auf einer Platine. Wer einen Roboter mit Kamera, Sprachsteuerung und lokaler KI bauen will und nicht drei Platinen verkabeln möchte, bekommt ein aufgeräumtes Komplettpaket mit einer einheitlichen Entwicklungsumgebung.

Für die meisten Bastelprojekte ist er überdimensioniert. Wer nur Bilderkennung braucht, kommt mit einem Raspberry Pi 5 und AI HAT günstiger weg, wer tief in Robotik und CUDA einsteigen will, findet beim Jetson mehr Software und Beispiele. Spannend ist der VENTUNO Q, sobald unabhängige Tests zeigen, wie schnell die Sprachmodelle wirklich laufen und wie stabil die Software ist. Bis dahin ist er eher etwas für Neugierige und Entwickler als für den Dauerbetrieb.

Lizenz

  • Lizenz Hardware: Datenblatt, Schaltplan und Pinout veröffentlicht; Pinout-Grafik unter CC BY-SA 4.0, für den Schaltplan keine Lizenz angegeben
  • Lizenz Software: Ubuntu/Debian und Zephyr unter freien Lizenzen (u. a. GPL, Apache-2.0); Qualcomm-Treiber für GPU und NPU proprietär; Lizenz der Arduino App Lab nicht geprüft
  • Marken: Arduino, UNO und VENTUNO sind Marken der Arduino S.r.l.; Qualcomm, Dragonwing, Hexagon und Adreno sind Marken der Qualcomm Inc.; STM32 ist eine Marke der STMicroelectronics; Raspberry Pi ist eine Marke der Raspberry Pi Ltd.; Nvidia und Jetson sind Marken der Nvidia Corporation. Genannte Marken- und Produktnamen gehören ihren jeweiligen Inhabern.

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Quellen

Logbuch

DatumÄnderungAutor
17.10.2026Luckfox Lyra in den Alternativen auf das Preview verlinkt
Beitragsbild ersetzt: Board kleiner, mittig im Querformat 1200×800, damit es nicht mehr abgeschnitten wird
Vergleich UNO Q/VENTUNO Q: Grunddaten jetzt aus dem Taxonomy Modeller, feste Tabelle nur noch für Zusatzzeilen
Beitrag erstellt
sfambach
Logbuch

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